Die große Illusion

Machen wir uns doch bitte nichts vor: Projekte (vor allem solche, die diesen Namen wirklich verdienen) bringen immer eine gewisse Komplexität und damit das entsprechende Maß an Unsicherheit mit sich. Unsicherheit mag niemand. Zumindest nicht im beruflichen Kontext.
Der Boom (und die Ernüchterung) des Themas Projektmanagement hat sicher zu großen Teilen auch damit zu tun, dass die Methoden und Tools in diesem Umfeld (zu Recht oder nicht) für sich in Anspruch nehmen, diese Komplexität und die Unsicherheit beherrschbar und damit planbar zu machen.
Und natürlich sehen die unterschiedlichen Werkzeuge auch viele sehr hilfreiche Ansätze, um aus Schätzung, Planung und Messung/Anpassung ein Stück Sicherheit zu bekommen. Interessanterweise klammern sich aber viele Führungskräfte an die irrige Vorstellung, dass die ersten Aussagen über Termine und Budgets sicher eintreffen müssen und die Instrumente der Anpassung werden nicht akzeptiert. Welch ein Irrweg! Solange niemand von uns die Glaskugel besitzt, die die Zukunft vorhersagt (und das ist, soweit ich weiß, noch nicht der Fall), können initiale Schätzungen lediglich eine Indikation und Diskussionsgrundlage sein. Mehr nicht. Ein Instrument der im Projektverlauf immer besser werdenden Vorhersage kann nur dadurch draus werden, dass ein Steuer- und Regelkreis draus wird.

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