Flexibilität versus Spontanität

Immer wieder hören wir im Laufe eines Beratungsmandats im Bereich Portfoliomanagement den Satz: Wir wollen und dürfen aber auf keinen Fall unsere Flexibilität verlieren, die ist es, die uns erfolgreich/groß/… gemacht hat. Zugrunde liegt dieser Aussage ein tiefgreifendes, aber leider extrem verbreitetes Miss- oder Unverständnis: das Verwechseln von Flexibilität und Spontanität. Flexibilität bedeutet das Treffen von Entscheidungen auf Basis von fundierten Informationen und unter Einbeziehung der Voraussetzungen und Folgen.
Spontanität hingegen ist das impulsive Treffen von Entscheidungen ohne die Zusammenhänge und die Folgen der Entscheidung in Betracht zu ziehen.
Gegen das erstere ist nicht nur nichts einzuwenden, es ist ein hohes Gut und muss unbedingt für die Organisation erhalten bleiben. Spontanität hingegen ist das, was in der Regel gelebt und kultiviert wird, Firmenlenker und gerne auch Eigentümer wollen heute so und morgen so entscheiden können und das ohne die lästigen Überlegungen über zur Verfügung stehende Ressourcen oder die lästige Frage, welches Projekt denn jetzt weggelassen werden kann, wenn dieses „neue, wahnsinnig wichtige Prio 1A Projekt unbedingt ab morgen mit aller Macht“ umgesetzt werden soll.
Ein strukturiertes Portfoliomanagement fördert die Flexibilität und erschwert/verhindert bewusst die Spontanität. Ein wichtiger Unterschied, der wie so oft einen kritischen Blick des Managements in den eigenen Spiegel voraussetzt

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