Ist Agil das neue Klassisch?

Agiles Projektmanagement ist im Trend. Es lässt große Freiheiten und selbst auf Projektziele muss man sich nicht zwingend festlegen. Viele Unternehmen greifen daher immer öfter zum agilen statt klassischem Projektmanagement. Dabei hat es großen Einfluss, nicht nur auf das eigentliche Projektgeschehen, sondern auch auf die Unternehmenskultur.

Das klassische Projekt-Management eignet sich für eine langfristige Planung mit detaillierten Spezifikationen und Strukturen.

In der Entwicklung von Software ist das Korsett des klassischen Projektmanagements aber oft zu eng geschnitten. Vor allem die immer kürzer werden Produktlebenszyklen sind damit oft nicht so einfach zu vereinbaren. Daher hat sich in den letzten Jahren der Trend in dieser Branche immer mehr zum agilem Projektmanagement entwickelt, weil dieses mehr Flexibilität und Praktikabilität verspricht. Die wohl verbreitete Methode ist derzeit SCRUM.

SCRUM bedeutet übersetzt „Gedränge“. Dabei geht es darum im Austausch mit allen Projektbeteiligen in einem vorgeschriebenen Zyklus möglichst frei, aber dennoch sehr eng miteinander zu arbeiten. (Mehr zum Thema „SCRUM in 250 Wörtern„)

Das agile Projektmanagement legt mehr Fokus auf Prinzipien, Zyklen und den Rollen im Projekt. Es herrscht ein flexibler Umgang mit sich ständig ändernden Zielanforderungen. Daher ist es gerade bei Entwicklungsprojekten mit kurzen Intervallen geeignet, bei dem die Anforderungen an das zu entwickelnde Produkt zu Beginn des Projekts noch unklar sind. Allerdings ist ein Umdenken im vorherrschenden Verständnisses von Führung und Verantwortungsbereichen notwendig, um die für agile Projekte maßgeblichen Erfolge zu schaffen.

Die Agilität hat den Vorteil, dass Kommunikation und Eigenverantwortung gefördert und ein produktives Arbeitsumfeld geschaffen wird, das Veränderungen antizipiert. Das Ziel ist unklar und dennoch kann zielgerichtet gearbeitet werden. Dabei darf Agilität aber nicht als Freifahrtsschein für das Arbeiten ohne Regelung und Kontrolle verstanden werden. Anders als weitläufig verbreitet fordert agiles Projektmanagement noch viel stärker das Einhalten der Methode und Abläufe.

Die Unternehmenskultur ist entscheidend für das erfolgreiche Implementieren eines dieser Systeme, da es weitreichenden Einfluss auf Arbeitsabläufe, ggf. Hierarchien und die Projektarbeit mit sich bringt. Projektbeteiligte und Stakeholder müssen in den Entscheidungsprozess eingebunden werden, um bei späteren Veränderungen das Projektmanagement im Unternehmen im Allgemeinen nicht nachhaltig zu gefährden.

Letztlich zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass es nicht um eine Entscheidung darüber geht, klassisches Projektmanagement durch agiles Projektmanagement zu ersetzen. Vielmehr haben sowohl agile als auch klassische Methoden ihre Daseinsberechtigung. Die Auswahl der Methode hängt auch von der Größe und den Anforderungen eines Projektes ab. Formal gesehen eignet sich agiles Projektmanagement für kleinere Projekte mit bis zu 10 Team-Mitgliedern. Klassisches Projektmanagement ist hingegen für große Projekte und/oder bei verteilten Teams von Vorteil.

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