Ist die Maximalgeschwindigkeit erreicht, kann es leicht zu Abstürzen kommen

Unternehmen gelten als erfolgreich, wenn sie wachsen. Doch ist die Maximalhöhe erreicht, kann es leicht zu Turbulenzen oder gar Abstürzen kommen. Die Organisationsberaterin Amel Karboul bezeichnet dieses Phänomen als „Coffin Corner“. Der aus der Luftfahrt entlehnte Begriff bezeichnet den in großer Flughöhe auftretenden, hochkritischen Luftraum, bei dem sich die Mindest- und die Höchstfluggeschwindigkeit einander annähern. Mit zunehmender Flughöhe wird die Luft „dünner“ und der Reibungswiderstand geringer. Infolgedessen verbraucht das Flugzeug weniger Kerosin und fliegt somit effizienter. Gleichzeitig muss das Flugzeug allerdings seine Fluggeschwindigkeit erhöhen, da ansonsten nicht genügend Auftrieb erzeugt wird. Sollte das Flugzeug die notwendige Geschwindigkeit nicht bereitstellen können, führt es dazu, dass die Strömung an den Flügeln abreißt und der Pilot die Kontrolle über das Flugzeug verliert. Der Bereich unmittelbar unterhalb dieser maximalen Flughöhe wird als sog. „Coffin Corner“ bezeichnet.

Auch Unternehmen haben im übertragenen Sinn einen „Coffin Corner“. Im Zuge von Effizienzsteigerungsprogrammen werden Arbeitsprozesse optimiert und standardisiert. Ganz nach dem Motto: „Höher, Schneller, Weiter“. Wenn es zu keinen Abweichungen kommt, führt diese Vorgehensweise zu großer Effizienz. Häufig bleibt allerdings die Flexibilität auf der Strecke, auf unvorhergesehene Abweichungen zu reagieren. „Ausgerechnet dort, wo wirtschaftlich gesehen alles perfekt optimiert ist, besteht die höchste Gefahr“, warnt die Organisationsberaterin Amel Karboul. „Flugkapitäne sind sich dieser Situation bewusst und können entsprechend damit umgehen. Bedauerlicherweise gilt das nicht für die meisten Manager.“

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