Methoden

Abschied von lieb-gewonnenem Selbst-Betrug

Wie sieht das Projektmanagement der Zukunft aus? Gibt es in 20 Jahren noch Projektleiter, PMOs und Lenkungsausschüsse? Keine Ahnung. In Ermangelung einer weissagenden Glaskugel kann ich, wie alle anderen nur mutmaßen. Was ich aber tatsächlich feststelle, ist eine wohltuende Ernüchterung, ein Zurückkommen auf den Boden der Realität auf der einen Seite: Auch Projektleiter können weder zaubern noch hellsehen. Und selbst mit teuren PM-Tools ist die Zukunft (bei meist sehr dünner Informations-Basis) nicht weissagbar. Und auf der anderen Seite zeigen sich erste, sehr zarte Pflänzchen beim Versuch, agile und kollegial geführte Strukturen aus der Software-Entwicklungs-Ecke hinaus in die weite Wet der anderen Projekte zu führen. Mit all diesen spannenden Themen beschäftigen wir uns in unserer neuesten, 6., und voraussichtlich letzten Studie: Augenhöhe, neue Wege im Projektmanagement Ich freue mich auf Ihr Feedback

Projektmanagement-Methodik? – Schmeiß die alten Methoden weg & lebe Projekte!

Wer kennt nicht etwa die Vorfreude auf ein neues spannendes Projekt, welche viel zu oft gleich zu Beginn durch die teilweise sehr zwingende Projektmanagement-Methodik getrübt wird. Projektmanagement-Methodiken wie wir sie heute noch in vielen Unternehmen vorfinden: Unflexible, komplexe starre Vorgehensmodelle mit vorgegebenen Quality Gates, Pflichtdokumenten, welche idealerweise in einem nicht sehr benutzerfreundlichen PM/ PPM-Tool mit einem absolut überzogenen Qualitätsanspruch erstellt und mehrfach mit dem PMO abgestimmt werden müssen, um letztlich in der anschließenden Vorstellung im Management-Gremium überspitzt gesagt sich den Auftrag abzuholen die Projektziele im Projektantrag von der Reihenfolge nochmals zu ändern, da sonst keine Freigabe für den Projektantrag erfolgt. Hierbei können schon gut 4-6 Wochen vergehen und wir sprechen hier nur über den Projektantrag – inhaltlich ist das Projekt noch keinen Schritt weiter. Ist das noch zeitgemäß? Schnell wird hierbei Projektmanagement-Methodik mit Bürokratie verbunden, was zu viel Unmut bei vielen Beteiligten führt. Benötigen wir nicht eher ein leichteres, schlankeres…

Projekt-Management als Sicherheits-Surrogat

Ach wäre das schön: mit einem Zauberspruch all das wegzaubern, was das tägliche Leben anstrengend, risikoreich oder beängstigend macht. In die Glaskugel schauen und die Zukunft vorhersagen können. Alle Risiken erkennen und verhindern. Vorhersagen können, was passieren wird. Können wir (bisher und zum Glück) nicht. Aber wir Projektmanager tun so, als ab wir dazu in der Lage wären. Oder besser: Genau das wird von uns erwartet. „Gebt Euch endlich noch mehr Mühe mit der Planung und sagt uns die Zukunft voraus. Und zwar auf den Tag und den Euro genau. Bei Projektlaufzeiten von mehreren Jahren. Beim Thema zaubern und Glaskugel ist jedem klar, dass das nicht geht, von Projektleitern wird es nach wie vor erwartet. Zugegeben: es ändert sich. Langsam aber stetig. Und auch die (mit viel Energie durch die Dörfer getriebene Sau) AGLIE ist ja nichts anderes als genau die Erkenntnis, dass Vorhersagen, je weiter sie in der Zukunft…

Die große Illusion

Machen wir uns doch bitte nichts vor: Projekte (vor allem solche, die diesen Namen wirklich verdienen) bringen immer eine gewisse Komplexität und damit das entsprechende Maß an Unsicherheit mit sich. Unsicherheit mag niemand. Zumindest nicht im beruflichen Kontext.

Was bleibt, was kommt?

Eigentlich schon fast nicht mehr zu ertragen: der obligatorische Rückblick zum Jahres-Ausklang.
Was haben wir/habe ich dieses Jahr gelernt:
1. Verstehen und Umsetzen sind 2 verschieden Paar Schuhe. Wenn wir schreiben und sagen und mahnen, dass Projekte nur funktionieren können, wenn das „politische Umfeld“ stimmt, nickt jeder. Wenn wir anbieten, dieses Umfeld zu analysieren zu verändern, schrecken die allermeisten zurück. Reflex-artig. Das ist halt doch nicht so schön bequem, wie 2 Tage Schulung, eine Handbuch zu verfassen und ein Tool einzuführen.

PPM Tools: „Irgendwann haben wir das Ziel aus den Augen verloren. Da haben wir einfach unsere Anstrengungen verdoppelt!“

Idealerweise fällt die Entscheidung für ein PPM Tool auf Basis dokumentierter und etablierter Prozesse. Das Tool folgt dem Prozess, nicht umgekehrt! Ein klares Zielbild als Erfolgsfaktor Die Realität sieht in den meisten Unternehmen leider anders aus. Ein klares Zielbild fehlt und die Organisation sträubt sich, ein solches zu entwickeln, da der Weg zur Ausarbeitung gemeinsamer Prozesse und Leitlinien meist als zu schmerzhaft empfunden wird. Für organisatorische und prozessuale Lücken in der Projektanbahnung und -abwicklung gibt es häufig nur eine Antwort: „Wir brauchen ein Tool“. Heilsbringer Tool Die Hoffnungen, die mit einem solchen Tool verbunden werden, liegen auf der Hand und sind durchaus verständlich. Gesucht wird nach Sicherheit in der Abwicklung komplexer Vorgänge, nach der gezielten Teilung von Informationen innerhalb der Projekt-Teams und nicht zuletzt nach einer belastbaren Datenbasis, auf der ein sinnvolles Projekt-Controlling durchgeführt werden kann. Soweit so gut. Das Tool als Digitalisierungsmedium von Prozessen Was bedeutet jedoch „Sicherheit in…

Da brodelt die Gerüchteküche: Wie Projekte ins schlechte Licht gezogen werden können

Haben auch Sie vom desaströsen Projektverlauf des Intempo-Hochhauses gelesen? Hier ein Zitat aus dem Tagesspiegel (www.tagesspiegel.de): „Ein bisschen BER in Benidorm. Seit vier Jahren entsteht in der spanischen Stadt ein Hochhaus. Es gibt Finanzierungsprobleme, Bauverzögerungen und nun auch ein richtiges Desaster: Im 47-stöckigen Wolkenkrater wurde der Aufzug vergessen.“ Das Bemerkenswerte an dieser Nachricht ist, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Im August 2013 wurde die Nachricht, dass eines der höchsten Wohngebäude Europas keine funktionsfähigen Aufzüge habe, zunächst auf der Blog-Plattform Gizmodo verkündet und anschließend über zahlreiche Medien in der ganzen Welt verbreitet. Welche Schlüsse lassen sich aus einem derartigen Medienschwindel rund um den Fortschritt eines Projektes schließen? Dass gerne viel über den Fortschritt eines Projektes gemunkelt wird, egal ob es sich um ein weltbekanntes Architektur-Projekt, oder um ein kleineres Projekt in einem Unternehmen handelt. Doch meist kennen nur wenige Beteiligte die tatsächliche Lage. Damit die Gerüchteküche bei Ihren Projekten…

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