PMO ist wie beim Fußball (Teil 1)

Bei der Auftaktveranstaltung zu einem großen strategischen Programm sollte ich vor den versammelten Auftraggebern, Projektleitern und Beratern einmal präsentieren, was die Kernaufgaben des Programm Office sein würden. Die Erwartung war vermutlich, dass ich in der nächsten Folienschlacht des Tages detaillierte PM-Prozesse und allerlei PM-Tools vorstellen würde. Ich habe stattdessen 10 Minuten über Fußball geredet.

In diesem ersten von drei Beiträgen zum Thema PMO und Fußball beschreibe ich, was PMOs mit Schiedsrichtern zu tun haben. In den kommenden beiden Wochen erfahren Sie dann von mir, warum auch der Coach und der DFB bei dieser Geschichte nicht fehlen dürfen. Und Sie wissen, wie Sie den Nutzen von PMOs für eine Organisation eigentlich ganz einfach erklären können.

Schiri in der Projektarbeit
Stellen Sie sich vor, es ist Fußball – nur ohne neutralen Schiri, der dafür sorgt, dass die Spielregeln eingehalten werden. Was beim Kicken unter Freunden vielleicht noch geht, ist im Profifußball – ja sogar schon im Vereinsfußball bei den Kindern – undenkbar. Aber warum? Weil die Spieler die Regeln bei der passenden Gelegenheit zu ihrem persönlichen Vorteil übertreten und vereinzelt bewusst missachten werden. Das Spiel wird so nicht mehr funktionieren, das ist jedem klar.

Kennen Sie das auch aus der Projektarbeit? Vielleicht gibt es ja ein Handbuch und Prozesse, sogar Rollenbeschreibungen für die Arbeit im Projekt – Spielregeln also. Aber irgendwie hat die gelebte Praxis wenig damit zu tun. Und die Projekte funktionieren leider auch nicht wirklich gut. Es gibt schließlich immer wieder Situationen, in denen die Projektmanagement-Regeln den persönlichen Interessen gerade im Weg stehen. Also halten wir uns einfach mal nicht dran, kontrolliert ja eh keiner…

Ich stelle in der Praxis immer wieder fest, dass ganz häufig der neutrale Schiedsrichter im Unternehmen fehlt, der sicherstellt, dass das geltende Regelwerk in den Projekten auch eingehalten wird. Denn wie im Fußball wird die Organisation ohne das Ahnden von Regelverstößen nicht auskommen. Hier ist das PMO als Fachbereich für Projektmanagement gefragt, der die geltenden Spielregeln durchsetzen muss. Denn ineffiziente Projekte wird sich in Zukunft keine Organisation mehr leisten können, aber dazu mehr im dritten Teil dieser Reihe.

Und so geht’s weiter
Als Optimist mit dem weitgehend unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen weiß ich freilich, dass weder der Fußballer noch das Projektteam sich allein durch drohende Sanktionen durch den Schiri motivieren werden. In der Fortsetzung dieses Beitrags werde ich in der kommenden Woche daher beschreiben, warum ein gutes Team nichts ist ohne einen guten Trainer – auch in der Projektarbeit.

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