PMO ist wie beim Fußball (Teil 3)

In den vergangenen Wochen habe ich an dieser Stelle über das Project Management Office (PMO) in seinen zentralen Rollen als Schiedsrichter und Trainer für erfolgreiche Projektarbeit im Unternehmen geschrieben. Im letzten Teil meiner Reihe über PMOs und Fußball erfahren Sie, was die Abteilung für Projektmanagement im Unternehmen mit dem DFB oder der Fifa zu tun hat. Und ich gebe Ihnen ein paar weitere einfache Beispiele der Nutzenargumentation für PMOs mit auf den Weg – damit Sie Ihr PMO zukünftig (noch) besser auf die Erfolgsspur setzen können.

Kein Spaß am Spiel ohne gemeinsame Regeln
Beim Fußball gehen tagtäglich Millionen Menschen in aller Welt auf den Platz, und für alle gilt: das Spielfeld ist jedes Mal in etwa gleich groß; für den Erfolg braucht es eine starke Mannschaftsleistung; für taktische Fouls im Mittelfeld gibt’s Gelb; grobe Unsportlichkeiten ziehen Rot und eine Sperre nach sich; und wer die meisten Tore schießt gewinnt das Spiel. Auf dieses Fundament kann sich jeder verlassen, es ist die „gemeinsame Geschäftsgrundlage“ von Spielern und Fans.

In der Beratungspraxis stelle ich immer wieder fest: Was im Sport selbstverständlich ist, gilt im Unternehmen mithin als überaus exotisch. Insbesondere Organisationen mit einer langen Tradition in klassischen Linienstrukturen tun sich oftmals schwer damit sich an einheitliche Spielregeln in der Projektarbeit zu halten. Dabei ist diese gemeinsame Geschäftsgrundlage in Projekten ein zentraler Faktor für erfolgreiche Projektarbeit im Unternehmen. Wer jedes Mal auf’s Neue um die Spielregeln ringen muss, hat das Spiel zukünftig schon verloren.

Das PMO als Dachverband für Projektmanagement
Projekte werden in den kommenden Jahren in allen Branchen an Bedeutung gewinnen. Unternehmensstrategien werden nun mal durch Projekte umgesetzt. Wer die Transformation hin zur Projektorientierung heute schon erfolgreich gestaltet, wird morgen Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern haben. Oder anders herum: Wer diese Entwicklung heute verschläft, hat gute Aussichten darauf zukünftig nicht mehr in der ersten Liga mitzuspielen.

Als Fachbereich für Projektmanagement kommt dem PMO die Rolle des Dachverbands im Fußball zu: Das PMO gestaltet, entwickelt und hütet die gemeinsamen Spielregeln für Projektarbeit im Unternehmen. Es sollte möglichst hoch in der Aufbauorganisation angesiedelt sein und einen direkten Draht zu den Top-Entscheidern haben. So wird sichergestellt, dass die strukturellen Anforderungen des Managements operativ optimal gestaltet werden können.

Das PMO als Schiri, Trainer und DFB – oder ist alles noch viel einfacher?
In den letzten drei Blogeinträgen habe ich über Gemeinsamkeiten von Fußball und Projektarbeit geschrieben. In dieser Geschichte hatte das PMO einmal die Rolle des Schiris, einmal die des Trainers und schließlich die Rolle des Dachverbands. Aber warum eigentlich so kompliziert?

Aktuelle Studien zum Thema PMO kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die besonders erfolgreiche Projektarbeit leisten, allesamt schlagkräftige, hoch angesiedelte PMOs haben. Und diejenigen Unternehmen, die dabei sind die Transformation hin zur Projektarbeit zu verschlafen, haben zumeist kein (schlagkräftiges) PMO – und sind unternehmerisch nachweislich weniger erfolgreich.

Und wie war das noch mal mit dem Straßenverkehr? Oder einer beliebigen anderen Sportart? Oder in der erfolgreichen Linienorganisation? Es gibt anerkannte, gemeinsame Spielregeln. Bei Regelverstößen drohen Sanktionen. Und wer ein besonders erfolgreiches System betreiben möchte, investiert in eine gute Ausbildung und entwickelt Spieler und Spiel immer weiter. Warum nicht auch in der Projektarbeit…?

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