Projektkrise = Vertrauenskrise = Projektkrise?

Projekt setzt Vertrauen voraus. Klingt trivial. Ist aber meist nicht gegeben.
Was meine ich damit? Ein Thema aus der „normalen“ Organisation herauszulösen und in die Hände einer teil-autonomen Organisation in derer Organisation zu legen, stellt für alle Beteiligten ein gehöriges Maß an Vertrauens-Vorschuss dar. Als Auftraggeber muss und will ich mich darauf verlassen, dass „die das schon schaffen“ werden, als Projektleiter wiederum baue ich darauf, „dass die mich jetzt erst mal machen lassen“.
Zwei Anmerkungen zum Thema Vertrauen: Der alt-bekannte Spruch „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ ist Schmarrn. Als ob es hier um zwei sich ersetzende Konzepte ginge. Richtig ist: Vertrauen kann nur durch Kontrolle entstehen. Und wachsen.
Was aber, wenn geschenktes Vertrauen immer wieder gebrochen wird? Zusagen über Zeiten und Kosten werden nicht gehalten (wäre normal) und keiner sagt Bescheid (ist in hohem Maße Vertrauens-zerstörend). Oder auf den eindringlichen Hilferuf in Form von roten Risiko-Ampeln an die Adresse meines Lenkungs-Ausschusses erfolgt keine Reaktion. Nicht einmal auf mehrfache Nachfrage. Spätestens dann ist es an der Zeit, diese Krise offen anzugehen und aufzulösen. Unter diesen Bedingungen können Projekte nicht funktionieren. Von selber renkt sich das in aller Regel nicht wieder ein. Eine offene und ehrliche Diskussion über die Gründe der Vertrauens-Krise und ein vorsichtiges, stückweises Wiederaufbauen der gegenseitigen Achtung ist ein anstrengender, aber wichtiger, wenn nicht zwingend notwendiger Schritt, um die Handlungsfähigkeit auf beiden Seiten wieder herzustellen.

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