Projektleiter – Ein Relikt der „nicht agilen“ Welt?

Was wird eigentlich aus dem Projektleiter, wenn wir Scrum einführen? Diese Frage stellt sich eine Vielzahl an „traditionellen“ Projektleitern, denn in dem von Ken Schwaber und Jeff Sutherland entwickelten agilen Framework namens „Scrum“ ist die Rolle des Projektleiters nicht zu finden. Dies führt immer wieder zu Diskussionen, welche Rolle den nun der Projektleiter innerhalb von agilen Projekten einnimmt oder ob diese gar überflüssig ist.

Der „traditionelle“ Projektleiter, wie wir in kennen, übernimmt häufig die Rolle der „Eierlegenden Wollmichsau“. Er ist Planer, Moderator, Methodiker, Konfliktmanager, Stratege, Kontrolleur, Prozessmanager, Beziehungsmanager und, und, und.

Scrum schafft an dieser Stelle Abhilfe, indem die Last der Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt wird:

  • Der Product Owner ist der Visionär. Er bildet die Brücke zwischen dem Kunden und dem Scrum Team und vermittelt das Big Picture. Darüber hinaus ist er Steuerer, denn er gibt die grobe Richtung vor und treibt das Projekt inhaltlich voran. Als Budgetverantwortlicher versucht er, das meiste aus dem zur Verfügung stehenden Budget herauszuholen.
  • Das Development Team ist für die konkrete Umsetzung der Arbeitsschritte und für die Einhaltung der Planung verantwortlich. Hierzu schätzt es zunächst die Aufwände und legt anschließend fest, welche Teilergebnisse bis zum nächsten Bearbeitungszyklus umgesetzt werden.
  • Der Scrum Master übernimmt die Aufgaben des Vermittlers und Unterstützers. Er sorgt für optimale Arbeitsbedingungen, damit das Team ungestört und effektiv arbeiten kann. Er trägt die Verantwortung, dass der Scrum Prozess mit seinen Praktiken und Regeln korrekt implementiert und von allen Beteiligten eingehalten wird.

Eine Doppelbelegung von mehreren Rollen ist in Scrum nicht vorgesehen. Der „klassische“ Projektleiter sollte daher auf seine persönlichen Interessen hören und sich die Frage stellen: „Welche der genannten Aufgaben und Verantwortlichkeiten kann ich am besten erfüllen, um dem gesamten Team am meisten Mehrwert zu liefern?“

Hinterlassen Sie einen Antwort

Navigate