Warum die Entwicklung der PPM Tools in die falsche Richtung geht

Es geht schon mit der Art und Weise los, wie sich die Kunden in der Regel auf die Suche nach einer Tool-Unterstützung machen: (Hoffentlich) zusammen mit einer Hand voll Schlüssel-Nutzern werden entweder selbst-erstellte oder von Beratern aufgebaute Anforderungs-Listen erstellt und mit Prioritäten versehen. Immer mit dem Ziel, sich möglichst alle Optionen offen zu halten, alle Möglichkeiten zu nutzen und nur keine Anwendung, sei sie auch noch so visionär und in die Zukunft gerichtet, auszuschließen.

Menschlich verständlich, aber im Ergebnis zweifelhaft: Als Ergebnis können so eigentlich immer nur die „großen“ Systeme herauskommen. Die Systeme nämlich, die die größte Vielfalt an Funktionalität aufweisen und die sich damit natürlich für alle Eventualitäten offen halten.

Nur hat diese Offenheit einen hohen Preis: Ganz buchstäblich, weil diese Systeme in der Regel auch die teuersten auf dem Markt sind. Die Entwicklung kostet viel Geld und das muss irgenwie wieder herein kommen. Außerdem ist die Einführung dieser Systeme in der Regel deutlich langwieriger, aufwendiger und damit teurer als bei kleineren Nischen-Produkten.

Aber vor allem auch im übertragenen Sinn: Die zukünftige Nutzer ist mit einer Vielzahl von Knöpfen und Möglichkeiten konfrontiert und in der Regel überfordert und die Lust, das Tool zu nutzen, sinkt stetig.

Wie oder was stattdessen? Zunächst einmal ehrlich in den Spiegel schauen und sich fragen: Was wollen und können wir durch die Einführung eines solchen Tools eigentlich wirklich erreichen? Und ist ein Tool dafür ein geeigneter Weg (oder versuchen wir – wie so häufig – Schwächen in der Prozessen und im Verhalten durch ein Tool zu heilen)? Und dann der Mut zur Lücke! Sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren und sich immer wieder fragen: was wollen wir im Kern erreichen? Worum geht es uns wirklich? Und konsequent alles abwerten (mit einem Malus bewerten), was ein Tool mitbringt, was aber nicht gebraucht wird. So und nur so findet man auch die kleinen feinen PPM Werkzeuge, die in der Regel schnell und unkompliziert eingeführt und geschult werden können und die dann auch sehr schnell zu einer spür- und messbaren Verbesserung führen.

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