Warum unser Gehirn Routine liebt und Veränderung so schwierig macht!

Jeder Mensch hat Gewohnheiten, denn diese bestimmen unser Leben. Gewohnheiten sind Verhaltensweisen und Vorgänge, die in der Regel völlig automatisch und unbewusst ablaufen. Sei es die morgendliche Tasse Kaffee oder die kalte Dusche um erfolgreich in den Tag zu starten. Am Arbeitsplatz angekommen wird unabhängig von der Außentemperatur und zum Leidwesen vieler KollegInnen erstmal 10 Minuten stoßgelüftet. Aber warum tun wir eigentlich, was wir tun? Was genau prägt unsere Gewohnheiten und warum ist es so vermeintlich schwer, alte Gewohnheiten abzulegen bzw. diese zu verändern?

Der Neurowissenschaftler Gerhard Roth argumentiert wie folgt: „Die Konfrontation mit neuen und komplizierten Dingen erfordert Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Konzentration – das Gehirn strebt darum danach, alles zu routinisieren“. Dies bedeutet, dass neue und komplizierte Dinge einen erheblichen Mehraufwand für das Gehirn bedeuten. Gewohnheiten können demnach als ein körpereigener Schutzmechanismus verstanden werden, der verhindert, dass wir uns über jede Kleinigkeit Gedanken machen müssen. Zusätzlich werden beim Ausüben von Routinetätigkeiten sog. Glücksbotenstoffe über das limbische System in unserem Körper ausgeschüttet.

Was bedeuten diese Erkenntnisse konkret für Veränderungsprojekte? Veränderungen in Unternehmen können nur gelingen, wenn die Mitarbeiter den Wandel mitgehen. Hierzu müssen zunächst vorhandene Denk- und Verhaltensmuster aufgebrochen werden, damit diese durch neue Muster besetzt werden können. Dies erfordert allerdings, dass die Mitarbeiter Ihre gewohnte Komfortzone verlassen und diese Schritt für Schritt erweitern. Für die Aktivitäten des Change-Managements bedeutet dies, dass der Fokus der Betrachtung insbesondere auf die Unentschlossenen gerichtet ist, denn diese bilden i.d.R. die Mehrheit und sind am leichtesten in Ihrer Handlung zu beeinflussen.

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